Brustkrebs Nachsorge

Brustkrebs Nachsorge, Reha und wie geht es weiter?

Die Brustkrebs Nachsorge schließt mit individuellen Konzepten direkt an die Behandlung an.

Im Brustkrebs-Beratungs-Zentrum >>zebra<< bieten wir Ihnen auch zum Thema Nachsorge Beratung und Information, weshalb wir Sie bitten, unabhängig von der Website unsere Beratung personalisiert in Anspruch zu nehmen. 

Etwas Gutes für sich selbst tun

Sport und Lifestyle sind wichtige Elemente der Vorbeugung und Heilung. Dazu gibt es im  viel einschlägige, leicht verständliche Literatur. Wenn man in der Woche seine Pulsfrequenz insgesamt mehr als drei Stunden über 100 hält (z.B. Walken, leichtes Joggen oder Schwimmen),  kann man sowohl sein Erkrankungsrisiko wie auch sein Rückfallrisiko um etwa 50 Prozent senken. Dies hängt damit zusammen, dass Wachstumsfaktoren herunterreguliert werden. Dieser Effekt ist unabhängig vom Ausgangs-Körpergewicht. Dabei ist ein BMI im Normbereich empfehlenswert. Wer überflüssige Pfunde verliert, mindert zusätzlich sein Erkrankungsrisiko.

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Nach erfolgreicher OP und/oder Strahlen- und Chemotherapie ist eine regelmäßige Nachsorge unabdingbar. Sie hilft den betroffenen Frauen, Ängste abzubauen und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Immer bessere und an die jeweilige Ausgangssituation angepasste Therapieoptionen führen dazu, dass die meisten Frauen durch die Primärbehandlung geheilt sind. Gleichzeitig ist Brustkrebs eine systemische Erkrankung, die auch noch nach zehn Jahren und mehr als Lokalrezidiv im Bereich der operierten Brust oder als Metastase in anderen Organen wieder auftreten kann. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung der nicht betroffenen Brust.

Krebs und Komplementärmedizin

Etablierte Therapieverfahren der „Schulmedizin“, deren Wirksamkeit in der Krebsbehandlung durch international anerkannte Studien wissenschaftlich erwiesen ist, machen heute eine effiziente Behandlung möglich. Moderne Begleitmedikamente können die Nebenwirkungen deutlich lindern.

Viele Patientinnen haben jedoch den Wunsch, selbst etwas zu ihrer Heilung beizutragen.
So wählen immer mehr Patientinnen alternative Heilmethoden aus, die ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität sichern oder verbessern sollen. Als einige wenige Beispiele seien die Akupunktur und traditionelle asiatische Heilmethoden, Homöopathie, autogenes Training, Musiktherapie, Biofeedback und Nahrungsergänzung genannt. Das Spektrum an verfügbaren Möglichkeiten ist jedoch mittlerweile so breit gefächert, dass es für Interessierte oft schwer ist, sinnvolle Methoden von fragwürdigen oder gar gefährlichen Angeboten zu unterscheiden.

Um die Einschätzung zu erleichtern, bietet die Krebsgesellschaft NRW unter www.komplementaermethoden.de einen Überblick über die
derzeit gängigen komplementären Behandlungsmöglichkeiten. Verschiedene Wirkstoffe und Verfahren werden ausführlich beschrieben und unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bewertet.

Weitere Informationen über Komplementärmedizin erhalten Sie durch das Institut zur wissenschaftlichen Evaluation naturheilkundlicher Verfahren an der Universität zu Köln von Prof. Josef Beuth, unter www.iwenv.de

Nicht zuletzt sind spirituelle Hilfe, Glaube, Kultur und persönliches Umfeld wichtige komplementäre Elemente, die „Berge“ aus Stress und Angst versetzen können.

Ziele der Nachsorge

  • Die Früherkennung von Lokalrezidiven im Bereich der operierten Brust oder Brustwand sowie von Zweitkarzinomen der anderen Seite. Sie sind meistens heilbar und die Prognose ist um so besser, je früher sie entdeckt werden.
  • Erkennung von symptomatischen Fernmetastasen durch eine symptomorientierte Nachsorge. Das bedeutet: Solange die betroffenen Frauen keine Beschwerden fühlen, sind regelmäßige Röntgenuntersuchungen, Leberultraschall, Knochenszintigraphie und CT nicht nötig. Auch zusätzliche Tumormarkeruntersuchungen werden nicht empfohlen. Neue Therapiemöglichkeiten erlauben heute auch bei Metastasierung ein längeres Überleben. Seit 1995 empfehlen daher die nationalen wie internationalen Leitlinien eine „symptom-orientierte, klinische Nachsorge“ (siehe Tabelle).
  • Aufklärung, Erkennung und Behandlung von Folge- und Nebenwirkungen der Therapie (u. a. Lymphödem, Bewegungseinschränkungen, Fatigue, d.h. chronisches Erschöpfungs- und Müdigkeitssyndrom, Osteoporose unter Aromatasehemmern, Östrogenmangelerscheinungen wie Hitzewallungen, Libidostörungen und vaginale Schleimhautproblematik. Schmerzen, Herzinsuffizienz nach anthrazyklinhaltiger Chemotherapie und Antikörpertherapie mit Trastuzumab).
  • Hilfestellung bei körperlichen, psychischen und sozialen Problemen und Ängsten (zur Wiederherstellung der Normalität). Dazu zählen
    u. a. psychosoziale Unterstützung bei der Bewältigung der Brustkrebserkrankung, Beratung über Reha-Maßnahmen, Hilfsmittel (Brustprothesen, Armstrumpf), Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, Beratung über komplementäre und alternative Behandlungs-
    methoden, Möglichkeiten des Wiederaufbaus nach Brustentfernung oder angleichende Operationen der Gegenseite, Aufklärung über genetische Untersuchungen bei jüngeren Patientinnen (≥ 35 Jahre bei Ersterkrankung) oder familiärer Risikosituation für Brust- und
    Eierstockkrebs. Informationen über aktive Lebensführung (Einfluss von Gewichtsoptimierung und körperlicher Aktivität) zur Verbesserung der Lebensqualität und Prognose.

Die Grundlagen der Nachsorge

sind das ärztliche Gespräch, die klinische Untersuchung (betroffene Brust bzw. Thoraxwand, Lymphabflussgebiete und gegenseitige Brust) und gezielte Suche und Fragen nach Symptomen einer Fernmetastasierung. Damit die Nachsorge erfolgreich ist, brauchen wir Ärzte aber auch die Mithilfe der Patientin. Sie muss ihren Körper aufmerksam auf Veränderungen hin beobachten und regelmäßig ihre Brust untersuchen. Ebenso wichtig für ein gesundes Überleben ist körperliche Aktivität.

Die klinische Untersuchung durch regelmäßige Mammographie und Sonographie zur Rezidivdiagnostik gehört ebenfalls zur Nachsorge. Bei schwer zu beurteilenden Befunden ist eine Kernspintomographie/MRT zur weiteren Diagnostik erforderlich. Bei Frauen mit hohem familiären Risiko bzw. genetischem Risiko ist eine Kernspintomographie/MRT ebenfalls Teil der Nachsorge.

96 Prozent aller neu aufgetretenen Tumoren können mit den hier beschriebenen Maßnahmen entdeckt werden. Bei auffälligen Befunden, Beschwerden oder Verdacht erfolgt eine gezielte Rezidiv- und Metastasensuche mit erweiterter bildgebender/apparativer und laborchemischer Diagnostik wie Tumormarkern.

Bei symptomfreier/unauffälliger Nachsorge sind folgende Untersuchungen nicht routinemäßig zu empfehlen:

  • apparative Diagnostik wie Röntgendiagnostik der Lunge, Leberultraschall, Skelettszintigraphie, CT, PET-CT, Ganzkörper-MRT (keine zusätzliche Sicherheit belegt, können falsch positiv oder negativ sein, sind teilweise wenig spezifisch, führen häufig zu Verunsicherung)
  • Tumormarker: falsch positiv (bei anderen gutartigen Erkrankungen oder Entzündungen erhöht) oder falsch negativ trotz Fernmetastasen
  • Zirkulierende Tumorzellen (nur in Studien)

Dieses aktuell praktizierte klinische Nachsorgekonzept ist als Orientierung zu sehen und sollte an die individuelle Risikosituation der betroffenen Frau angepasst werden. Eine solche „risikoadaptierte Nachsorge“ orientiert sich am primären Tumorstadium, der Tumorbiologie (Hormonempfindlichkeit, Wachstumsrezeptor Her2, Zellteilungsrate sprich Proliferationsaktivität mit hieraus sich ergebender Zuordnung in Subtypen), der Art der durchgeführten Primärbehandlung (+/- Chemo- und/oder Strahlentherapie) und dem Ansprechen
einer evtl. erfolgten neoadjuvanten Chemotherapie vor der Operation. So haben nicht nur Frauen mit einem günstigen Tumorstadium eine
günstige Prognose (Beispiel pT1 pN0 M0: 10-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit über 90%), sondern auch Betroffene mit günstiger Tumorbiologie wie Luminal A-Typ (hormonempfindliche, Her2-negative Tumore mit niedriger Zellteilungsrate) oder Frauen mit aggressiver
Tumorbiologie, die sehr gut auf eine neoadjuvante Chemotherapie angesprochen haben.

Die individuelle Nachsorge soll:

  • Bewusstsein schaffen zur Durchführung einer sinnvollen Nachsorge in Kenntnis um das individuelle Rückfallrisiko (wird von den
    betroffenen Frauen meist viel zu hoch eingeschätzt).
  • Bewusstsein schaffen, unnötige Untersuchungen (die eher verunsichern als helfen) zu vermeiden.
  • Motivation sein zu kontinuierlichen Nachsorgeuntersuchungen, körperlicher Aktivität, Selbstuntersuchung/Beobachtung sowie
    Therapietreue unter adjuvanter antihormoneller Therapie.
  • In Abhängigkeit vom Rückfallrisiko Untersuchungsintervalle und ggf. auch Intervalle der Bildgebung anpassen (weniger intensiv für Frauen mit geringem Risiko, intensiver bei hohem Risiko).

Einschränkung: Studien und sich daraus ableitende Kriterien zur Änderung einer risikoadaptierten Nachsorge liegen bislang nicht vor.

Dauer der Nachsorge:

Die Nachsorge sollte mindestens zehn Jahre lang durchgeführt werden, davon fünf Jahre mit dem Hauptschwerpunkt Mammakarzinomnachsorge, danach im Rahmen jährlicher Früherkennungsuntersuchungen.

Wer führt die Nachsorge durch?

Der Frauenarzt/-ärztin ist erster Ansprechpartner für alle Fragen und die Durchführung der Nachsorge und dient als Koordinator, mentale Stütze und Motivator hinsichtlich Therapietreue unter laufender medikamentöser Therapie und aktiver Lebensführung. Bei Bedarf wird er oder sie Spezialisten anderer Fachbereiche hinzuziehen.

Warum eine aktive Lebensführung wichtig ist

Körperliche Aktivität und die Vermeidung von Übergewicht sind für eine erfolgreiche Nachsorge sehr wichtig. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass durch ausreichende Bewegung und durch Vermeidung überflüssiger Pfunde die Lebensqualität steigt. Auch das Risiko, erneut zu erkranken, wird durch einen gesunden Lebensstil deutlich verringert.

  • Regelmäßige Bewegung hilft Ihnen, die antihormonelle Therapie besser zu vertragen.
  • Körperliche Bewegung verringert Fatigue, die krebsbedingte Erschöpfung, und Stressgefühle.
  • Körperliche Bewegung steigert auch die Immunfunktion und beugt Infekten vor.
  • Körperliche Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen Ihnen, Ihr Normalgewicht zu erreichen bzw Übergewicht zu vermeiden.
  • Stimmen Sie Ihr Training auf Ihren Körper ab. Beginnen Sie langsam und geben Sie nicht auf, auch wenn Ihre Tagesform manchmal schwankt. Am wichtigsten sind Anfangen und Dabeibleiben.
  • Zwei bis drei Stunden pro Woche Ausdauersport – etwa schnelles Gehen/Walken, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen – sind ideal.
  • Essen Sie nicht gleich nach dem Sport. Die Fettverbrennung hält noch über eine Stunde nach der körperlichen Aktivität an.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen, um Ihr Gewicht zu halten und um Übergewicht zu reduzieren. Fragwürdige Diäten sollten Sie meiden.
  • Verzichten Sie auf Nikotin, denn Raucherinnen haben ein zweifach höheres brustkrebsbezogenes Sterberisiko nach einer Brustkrebserkrankung als Nichtraucherinnen. Frühere Raucherinnen haben kein erhöhtes Risiko.

Weitere wichtige Nachsorge-Tipps

  • Entdecken Sie bei der Selbstuntersuchung Auffälligkeiten oder treten Nebenwirkungen, Symptome oder das Gefühl auf, dass etwas nicht stimmt, gehen Sie zu sofort zu Ihrem Arzt und warten nicht auf den nächsten Nachsorgetermin.

Brustkrebs-Beratung >>zebra<< Telefon 0211 9293935

Wochentags 09:00 – 17:00 Uhr – info@zebra-brustkrebs.de
Dr. med. Ingrid Resch​
Ärztin, ehrenamtliche Leitung​
Dr. med. Rossella Marafioti
Beratende Ärztin
Brustkrebs-Beraterin-Erfahrungsaustausch-ChBoetcher
Christine Bötcher
Büroleitung, Psychoonkologie (DKG)
Veronika Adams
Büro, Psychoonkologie (DKG)
Ute Grießl
Dipl.-Päd., Psychoonkologin
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Ursula Kischlat-Steger
Dipl.-Psych., Psychotherapeutin
Das >>zebra<< Team ist professionell ausgebildet und zum Teil selbst an Brustkrebs erkrankt gewesen.

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